Ein „saumäßig“ geiles Wochenende

Da stand es uns wieder bevor, unser Reifseezeltlager. Zweimal musste es verschoben werden, zum einen hatte ich bei der ursprünglichen Planung die Ferien nicht berücksichtigt, und an dem zweiten Termin hatte Familie Janousch keine Zeit. Eigentlich wäre es ja nicht so schlimm gewesen, wenn ein Jugendlicher nicht teilnehmen konnte, aber in diesem Fall wollte ich mich schon um eine neue Verlegung bemühen, zumal wir für den Aufent-halt eine Sau von Conny spendiert bekamen. Essen zieht bei mir immer, also wurde das erste Juliwochenende ins Auge gefasst. Nun brauchten wir nur noch einen passenden Grill. An dieser Stelle möchte ich mich vorne-weg bei unserem Ehrenmitglied R. Christl bedanken. Er baute speziell für uns einen Riesengrill und übergab ihn mit den Worten: „Den dürft ihr be-halten.“ Danke, Robert! Und Danke auch an Jan Börschlein, unseren Jugendsprecher, dafür, dass er den Grill mit mir zusammen aufgebaut, ausprobiert, abgebaut und auch mit zum Reifsee transportiert hat, schon Wochen vor dem Zeltlager. Und zu guter Letzt, herzlichen Dank an Sport-freund Eduard Eder, der sich um die Sau kümmerte, vom Besorgen übers Würzen, Transportieren und letztlich das mundgerechte Zerlegen vor Ort.

Genug der Planung, die normalen Einkäufe waren ja mittlerweile Routine, also schnell erledigt. Das Wochenende konnte kommen. An diesem Wochenende kam noch hinzu, dass WM-Zeit war. Ein Deutschlandspiel um 18 Uhr stand an, also fuhr ich etwas früher los, um auch noch unser Public-Viewing-Zelt aufzubauen. Am See angekommen, waren dort bald ein paar fleißige Helfer vor Ort, die uns beim Aufbau unterstützten. Also kümmerte ich mich um den Fernseh-empfang. Natürlich hatten wir den Vereins-Beamer mit dabei.
Aber Anfang Juli ist es ja um 18 Uhr noch taghell, also musste eine Spezial-konstruktion errichtet werden. Hierfür bedienten wir uns der alten Jugend-zelte, dicker, grüner Baumwollstoff sollte ausreichend abdunkeln. Und damit wir alle genügend Platz zum Schauen hatten, wurden die Planen so halb über den Anhänger, der als Leinwand diente, geworfen und verzurrt. Nun hieß es noch etwa eine Stunde lang nach gutem Empfang suchen, mit einer DVB-T Antenne war das nicht so leicht.
Pünktlich, kurz vor Anpfiff des Spiels, trafen auch unsere Gäste aus Dinkels-bühl ein. Ich richtete eine kurze Ansprache an die versammelte Mannschaft und eröffnete das „Stadtwurst mitBrotundGurken-Buffet“. Dann konnte beides losgehen, das Zeltlager und auch das Fußballspiel. Einigen war das Spiel egal, sie waren heiß aufs Angeln, aber trotzdem saßen be-stimmt 30 Mann beim Public-Viewing. Tja, und in der 25. Spielminute passierte, was passieren musste: Das Dieselaggregat ging aus, der Sprit war alle.
Natürlich gab es keinen Reservesprit weit und breit, das wusste ich bereits kurz vor dem Anpfiff. Aber ich hatte insgeheim gehofft, dass ich erst nach dem Spiel zur Tankstelle müsste. Jetzt musste es schnell gehen (ich hänge schließlich an meinem Leben). Also ging es mit Vollgas zur Tankstelle. Peter zapfte in der Zwischenzeit auf sehr unleckere Art und Weise ein Auto an. Jedenfalls konnte pünktlich zum Wiederanpfiff weitergeschaut werden. Und was soll ich sagen, das war eigentlich schon alles zum Freitag. Fisch sah ich an diesem Abend jedenfalls keinen, aber die gute Laune (Deutschland hatte gewonnen) war trotzdem vorhanden.

Am Samstagmorgen um 5 Uhr begann der „schweinische Tag“ des Zelt-lagers. Für mich hieß das natürlich erst einmal Kaffee kochen, und endlich sah ich dann auch den einen oder anderen Fisch. Nach dem wie immer sehr umfangreichen Frühstück um 8 Uhr zogen die 34 Jungfischer wieder los ans Wasser und die Betreuer kümmerten sich gleich um den Grill. Ab 9 Uhr drehte die Hauptperson des Tages ihre letzten Runden, ein Grill-schwein, 50 Kilo Gewicht, geplante Grilldauer: mindestens 8 Stunden. Unterdessen kümmerte sich Chefkoch Johannes Henkel mit einigen Schnipp-lern um das Mittagessen. Es gab Puten-/Champignon-Geschnetzeltes mit Spätzle. Lecker wie immer! Und immerzu musste Holz am Grill nach-gelegt werden – hierfür brachte uns Georg Meier eine komplette Hänger-ladung feinstes trockenes Buchenholz mit. Dankeschön an die Beiden!
Zwischen Mittagessen verdauen, einer kurzen Baderunde im See und der Vorfreude aufs Abendessen konnten an diesem Tag dann doch noch einige Fische gefangen werden. Ein paar Karpfen, Brachsen, ein Hechtlein und eine wunderschöne Schleie machten Bekanntschaft mit unserem Wiege-equipement. Leider war nichts wirklich Kapitales dabei. Ich persönlich hatte mir ja für dieses Wochenende den Fang des Reifseewallers vorgenommen, da war ich nur leider zwei Wochen zu spät dran.
Um 18.30 Uhr holten wir dann die Sau aus dem Feuer. Eduard zerlegte den Schweinebraten XXL fachmännisch, und der war lecker, wenn auch teilweise das Innerste noch ein wenig Zeit gebraucht hätte. Trotzdem super-gut, Dank noch einmal dem Spender!
Besonders freute mich die Anwesenheit eines Gastes aus Großmehring. Herr Frank von Getränke-Hörl, mit dem wir nun seit bestimmt 5 Jahren ein schon fast freundschaftliches Verhält-nis pflegen, schaute vorbei.
Auch an diesem Abend konnten einige es nicht lassen, unsere WM-Gegner zu analysieren, die Spiele mussten angeschaut werden. Diesel hatten wir nun mehr als genug, Lagerfeuer gab es, doch die meisten waren auf der Pirsch nach einem großen Fisch. Die Nacht kam, die Nacht ging und wie immer stellte ich mir meinen Wecker auf 5 Uhr.
Doch irgendwas war an diesem Sonn-tag anders. Ein Handywecker schellte, ich wurde wach und krabbelte ohne großartig zu überlegen aus meiner „Dackelgarage“ ins Freie. Natürlich ließ ich direkt beim Aufstehen auch gleich die Luft aus meiner Matratze. Und als ich dann halb angezogen vor meinem Zelt stand, dachte ich mir noch: „Gestern war’s aber um 5 Uhr morgens bedeutend freundlicher.“
Nun wagte ich doch mal einen Blick auf mein Handy, siehe da: Es war erst 4 Uhr… Da wollte scheinbar ein Zeltnachbar um 4 Uhr aufstehen, ich definitiv nicht!

Aber wenn ich schon mal wach war, was sollte es, machte ich halt ein Kännchen vom feinsten Kaffee und der letzte Tag des Zeltlagers nahm seinen Lauf. Leider konnte dieser Sonntag fangtechnisch genauso wenig begeistern wie auch schon der Freitag, aber: Es war trocken! Keine Probleme beim Zeltabbau sind doch aus organisatorischer Sicht auch was Gutes. Im Prinzip ging es den Freitag noch mal rückwärts, und um 13 Uhr, nachdem wir uns mit Hot-Dogs verpflegt hatten und auch die Müllsammelrunde um den See erledigt war, konnten wir mit der Siegerehrung beginnen. Natürlich gab es neben dem Reifsee-Wander-pokal auch Erinnerungsgeschenke für die stolzen Fänger. 20 Stück durften wir verteilen. 27 Fische konnten wir an diesem Wochenende abwiegen. Der Schwerste davon war ein Karpfen mit 5.280 g, gefangen von Jakob Launer. Platz 2 ging an Florian Janousch, mit einem Karpfen von 2.700 g, gefolgt von einem Dinkelsbühler Jugendlichen. Valentin Stoll fing einen Karpfen mit 2.420 g.
Herzlichen Glückwunsch an alle Fänger! Nachdem in Rekordzeit alles im Hänger verstaut war, machte ich mich auch schon wieder auf die Rückreise. Ein wieder mal sehr schönes Wochen-ende an einem unserer schönsten Gewässer war passe.

Danke an alle, die mitgeholfen haben. Allen voran dir, liebe Petra für deine fleißigen Hände, die immer genau da sind, wo wir sie am dringendsten brauchen. Im Namen der Jugend herzlichen Dank für die Unterstützung der Jugendgruppe jeder Art an all diejenigen, die sich hier an-gesprochen fühlen.
Es grüßt Euch mit einem kräftigem „Waidmanns, Upps, natürlich Petri Heil“,

Euer Matthias Graf

 

Riesenwels fand seinen Meister

Riesenwels fand seinen Meister

Die Legende des Reifsees hat sich bestätigt. Der Fisch war einen halben Meter länger als der Fänger

Ein großer Hecht wäre dem Nürnberger Angler Ph. Jany durchaus recht gewesen. Der Reifsee bei Großmehring der Nordbayerischen Sportangler-Vereinigung Nürnberg bot dazu gute Chancen. Mit seiner Spinnangel und diversen Wobblern hatte Jany schon einige kapitale Fische gelandet.

Die Reaktion der Angel war anfangs unklar: „Nur“ ein Hänger im Kraut der Wasserpflanzen oder doch ein Großer? Als nach einem Anhieb die Schnur abzog und sich die Rute kräftig durchbog war die Sache klar. Das war ein Fisch! Welche Qualität der hatte, zeigte sich in einem langen Drill, der von Angler, Fisch und Ausrüstung alles forderte. Nach bangen 45 Minuten und der Landehilfe einiger Vereinskameraden konnte ein absolut kapitaler Wels von gemessenen 221 cm und geschätzten 75 kg Gewicht sicher gelandet werde. Der VW-Transporter des Vereins war für den Transport der Beute notwendig.

Jahrelang waren von den „Nordbayern“  riesige Waller im Reifsee vermutet worden, doch nie ging einer an den Haken. So war es eine gern erzählte Legende, nahe am Anglerlatein, bis…

Für den überglücklichen Angler war dieser Fang der „Fisch seines Lebens“.

Mit dem Fang hat sich auch eine weitere Legende erledigt. Dass ein so großer und wahrscheinlich auch alter Fisch nicht mehr genießbar ist, konnten viele Kunden einer Gastwirtschaft nicht bestätigen. Denen hat er geschmeckt.

 

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